Berlin – Vier Stadtpläne im Vergleich
Ergänzungspläne
1840 • 1953 • 1988 • 1950 „Germania“

Mappencover

Ergänzung zum Titel: Berlin – Vier Stadtpläne
im Vergleich • 1742 • 1875 • 1932 • 2017,

Mappe mit vier Plänen (einzeln entnehmbar),
Mappe mit zwei Klebepunkten verschlossen,
Erklärungsblatt DIN A3, gefaltet,
ISBN: 978-3-933502-45-2,
Preis 15,90 EUR.

• Vier weitere Pläne ergänzen nun die »Vier Stadtpläne im Vergleich«. Die neuen Pläne (1840, 1953, 1988, »1950 Germania«) bilden aber auch untereinander gute Vergleichsmöglichkeiten. Die Karte »1840« zeigt die elegante Stadtplanung Peter Joseph Lennés. »1950 Germania« und »1953« zeigen die brutale Stadtplanung der Nazis beziehungsweise das erschreckende Ergebnis ihrer Herrschaft, nämlich eine Trümmerstadt. Was sich aus dem Schutt entwickelte, zeigt der Plan »1988« : die beiden Berlins auf dem Höhepunkt ihrer Trennung. •

1840 geht das Biedermeier zu Ende und eine Epoche des explosiven Wachstums steht kurz bevor. Über die Stadt verteilt finden sich kleine Industriebetriebe, zum Beispiel Eisengießereien und Maschinenfabriken. Eine davon, vor dem Oranienburger Tor, ist die von August Borsig; erst vier Jahre zuvor gegründet. Berlin ist baulich geprägt von den Werken Schinkels (1781–1841), z. B. dem Museum, der Bauakademie und der Friedrichswerderschen Kirche. Peter Joseph Lenné, der geniale Gartenarchitekt, hat gerade den Tiergarten neu gestaltet und schickt sich an durch seine Stadtplanung das Bild Berlins entscheidend zu prägen. •

1953 ist das Kriegsende erst acht Jahre her. Trümmerfrauen haben Millionen Tonnen Schutt beseitigt und zu Trümmerbergen aufgeschüttet, z. B. im Friedrichshain. Noch ist, bis auf die gewaltige Stalinallee, nicht viel neu gebaut. Die abgräumten Straßenkarres sind von Gras überzogen. Über Trampelpfade kürzt man den Weg ab. Die Stadt ist in vier alliierte Sektoren eingeteilt. Die Mauer steht noch nicht und man kann sich frei in der Stadt bewegen. •

1988 ist das vorletzte Jahr der geteilten Stadt. Die Trennung in Ost und West scheint für immer zu sein. Ein breiter Todesstreifen durchpflügt das Stadtzentrum. Zwei Teilstädte haben sich gebildet. Im Osten die Hauptstadt der DDR mit ihren staatlichen Institutionen und Repräsentationsbauten. Zwei West-Berliner U-Bahnen und eine S-Bahn unterqueren Ost-Berlin, ohne in den stillgelegen Bahnhöfen zu halten. – Auf der anderen Seite das verwöhnte West-Berlin. Ein Vorposten des Westens inmitten der DDR. In einer Nische der Mauer, nämlich Kreuzberg, blüht die gemütlich-anarchische Kultur. Am Potsdamer Platz steigen die Touristen auf Aussichtsplattformen und blicken erschaudernd über die Mauer in Richtung Osten. •

1950 »Germania« ist ein fiktiver Plan. So hätte Berlin nach der Vorstellung Hitlers und seines Städteplaners Albert Speer im Jahr 1950 aussehen sollen. Es kam anders. Berlin wurde zur Trümmerwüste. 1950 räumt man die Trümmer ab, und wo die »Welthauptstadt« hätte sein sollen, dehnen sich weite Grasflächen (Plan »1953«). Im Auftrag Hitlers plante der »Generalbauinspektor« Albert Speer den Umbau Berlins zur Hauptstadt eines Weltreichs. Speer war einer der schlimmsten Naziverbrecher und entging 1945 eher durch Zufall der Hinrichtung. Die Gestaltungsidee hinter »Germania« war wie die gesamte Naziideologie: brutal. Das zeigt dieser fiktive Stadtplan, in dem alles Wirklichkeit geworden zu sein scheint. •

Cover: Vier Stadtpläne – Ergänzungspläne